Estland Rundreise – Reisetipps und Highlights eines unterschätzten Urlaubslandes

Rundreise durch Estland

Wo willst Du hin? Nach Estland? Was gibt es denn da?

Nachdem ich kurzer Hand im Juni entschied nach Estland zu reisen, begegneten mir im Kollegen- und Freundeskreis eher skeptische Äußerungen. Aber ich möchte es vorweg nehmen: Es war toll! Ich halte Estland für ein aufregendes und unterschätztes Land. Abseits vom Massentourismus trifft man auf sehr freundliche Menschen, viele Störche und Füchse, kulinarisch wird einiges geboten und die Landschaft ist mit Moorlandschaften und Wäldern perfekt für Naturliebhaber.


Die Rundreise – 13 Tage, ca. 1200km mit dem Mietwagen durchs Land

Wir haben uns 13 Tage Zeit genommen um mit einem Mietwagen das Land zu erkunden. Wir flogen nach Tallinn und dort war Start und Ende unserer Rundreise. An den in der Karte eingezeichneten Orten haben wir übernachtet und sind von dort zu den täglichen Ausflügen gestartet.

Das ist unsere Tour durch Estland gefahren.
Tour durch Estland mit Start und Ende in Tallinn.

Ein Mietwagen ist perfekt um in die etwas abgelegeneren Gebiete und in die Nationalparks zu gelangen. Die Hauptstraßen sind in einem hervorragenden Zustand. Sobald wir diese verlassen mussten, landeten wir schnell auf unbefestigten Straßen. Mein erster Tipp: Lasst den Lambo lieber beim Mietwagenhändler stehen und entscheidet Euch für einen Mietwagen mit ausreichend Bodenfreiheit inkl. einer Versicherung mit Unterbodenschutz.

Tallinn

Tallinn ist die Hauptstadt Estlands. Die Stadt begeistert als sehr gut erhaltene mittelalterliche Stadt mit Hansecharakter. In der Altstadt läuft man die ganze Zeit auf Kopfsteinpflaster und so sind Sneaker oder andere bequeme Schuhe die beste Wahl.

Besichtige den Rathausturm um einen guten Blick über die Stadt zu bekommen.
Der Rathausplatz (Raekoja Plats) in Tallinn. Den Rathausturm kann man beischtigen und bei schönem Wetter hat man einen guten Blick auf die Stadt.

Wenn vormittags die vielen Schiffsreisenden in Scharen durch Tallinn gezogen sind, kehrt ab dem Nachmittag wieder entspannte Ruhe ein. In den Gassen rund um den Rathausplatz gibt es unzählige Restaurants und Cafes, so dass jeder für sich das passende findet.

Packe Dir bequeme Schuhe ein. In Tallinn läufts Du permanent auf Kopfsteinpflaster.
Tallinn ist eine gut erhaltene mittelalterliche Stadt. Kopfsteinpflaster und Backsteinhäuser soweit das Auge reicht.

Neben der Altstadt hat uns der Stadtteil Kadriorg besonders gut gefallen. Wir sind von der Altstadt aus die knapp 3km zu Fuß gelaufen und kamen an vielen alten Holzhäusern vorbei. Kadriorg selbst ist durch sein großes Schloß und den Schloßpark bekannt. Der ursprüngliche Charme dieses Stadtteils wird in einigen Reiseführern zu Unrecht vergessen.

Lauf von der Altstsadt nach Kadriorg. Der Fußweg ist nur 4km und die veilen Holzhäuser sind idyllisch.
Der Stadtteil Kadriorg ist durch alte Holzhäuser geprägt. Viele sind bereits saniert, einige verfallen leider.

In Tallinn haben wir im Hotel Olematu Rüütel* übernachtet.  Die Pension besticht durch seine hervorragende Lage direkt am Domberg. Man ist quasi mitten in der Altstadt, aber es ist sehr ruhig, da die Pension am Ende einer Sackgasse liegt. Die Zimmer sind einfach und sauber. Das Hotel-Restaurant ist hervorragend und besonders, sowohl was das Ambiente als auch das Essen betrifft. Danke für die exzellente Bewirtung!

Haapsalu

Absolut zufrieden und auf Urlaub eingestimmt nehmen wir unseren Mietwagen unkompliziert in Empfang. Die Fahrt nach Haapsalu gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf das was uns erwartet: Wälder, flaches Land, nix Drängeln auf der Autobahn, Ruhe. Auf der Fahrt halten wir das erste mal an einem Supermarkt und erfreuen uns der für uns so fremden Sprache. Öolepiep ist eines meiner neuen Lieblingswörter und heißt sowas wie „Würstchen am Stück“ und ist ideal für ein Picknick.

In Haapsalu angekommen, fasziniert mich sofort die Strandpromenade und der nördliche Badestrand. Ohne viel Tourismus genießen wir den Rundgang vorbei am Kulturhaus, relaxen auf einer Bank, auf der man der Musik von Tschaikowski lauschen kann und besichtigen die Burg und den Schloßpark.

Um Umland von Haapsalu findet man einige große Farmen, die man als Privatperson betreten und besichtigen darf. Wir fahren nach Tuuringlu Farm, besteigen den dortigen Aussichtsturm und erhaschen einen Blick auf das umliegende Sumpfland.

Tuuringlu Farm ist immer einen Besuch wert.
Estland: Tuuringlu Farm in der Nähe von Haapsalu. Blick vom Aussichtsturm auf die sumpfigen Wiesen.

Das Highlight von Haapsalu ist allerdings der alte Bahnhof. Der ist nicht mehr im Betrieb, sondern ein Freilichtmuseum und man kann bis zu 100 Jahre alte Züge bestaunen.

Sieh dir den altern Bahnhof in Haapsalu an. Es gibt alte Züge zu bestaunen.
Estland: Haapsalu Bahnhof ist ein Freilichtmuseum mit vielen alten Zügen.

Upa (Insel Saareema über Muhu)

Wir wachen erholt auf und fahren gleich am Morgen weiter, um möglichst früh eine Fähre nach Muhu zu erreichen. Die Überfahrt mit der Fähre dauert nur eine halbe Stunde. Über Muhu gelangen wir zur Insel Saaremaa, was sich als kleines Paradies herausstellen wird.

Wir übernachten äußerst komfortabel aber günstig in Upa, auf der Jurna Recreation Farm* (auf estnisch: Jurna Turismitalu) in einem Holzhaus.

Empfehlenswert: Jurna Recreation Farm in Estland
Estland: Übernachtung in einem der Holzhäuser der Jurna Recreation Farm.

Die Besitzer sind sehr freundliche Leute und zaubern das beste Frühstück, was wir in der ganzen Zeit in Estland hatten. Dabei verwenden sie möglichst viele Produkte von ihrer Farm. Und da es so schön ist, bleiben wir sogar drei Nächte und erkunden jeden Landstrich von Saaremaa.

Die größte Stadt der Insel ist Kuressaare, mit gerade einmal 13.000 Einwohnern. Neben etlichen Restaurants, Pubs und Cafes kann man sich die Zeit auf den Wällen der Bischofsburg vertreiben. Wir laufen in einer Stunde komplett um die Burg herum, beobachten das Treiben im Burghof und erfreuen uns an den vielen umliegenden Holzhäusern. Das Umrunden der Burg auf den Wällen geht bestimmt auch schneller, aber es gibt halt echt viel zu sehen und zu fotografieren …

Geh auf den Wällen der Burg von Kurressare spazieren. Der Ausblick lohnt sich.
Ausblick von den Wällen der Burg in Kurressare.

In den nächsten zwei Tagen besichtigen wir

  • den Kaali Krater, den Gutshof Karja, Valjala, Kihelko, Angla mit den alten Windmühlen und landwirtschaftlichen Geräten, die vielen tausenden Steinfiguren in Ohessare
  • die Halbinsel Sääre – eines unserer Highlights. Bei rauem Wetter laufen hinaus auf die äußerste Ecke der Landzunge. Es fühlt sich ein bisschen an wie das Ende der Welt.
Estland: Blick vom Ende der Landzunge auf den Leuchtturm von Sääre.
Estland: Blick vom Ende der Landzunge auf den Leuchtturm von Sääre.
  • die Steilküste von Panga – unser zweites Highlight. Bei herrlichem Wetter wandern wir auf der Steilküste etliche Kilometer entlang und genießen die Natur, Sonnenschein und den tollen Blick auf eine sehr ruhige Ostsee.
Wandern auf der Steilküste von Panga in Estland. Tolle Erholung!
Die Steilküste von Panga (estnisch: Panga pank)

Pärnu

Auf dem Weg in den Sooma Nationalpark kommen wir an Pärnu vorbei. Um nicht den ganzen Tag mit Fahren zu verbringen, schauten wir uns das Städtchen an. Zugegebener Maßen erwarteten wir nicht viel, bekamen dann aber doch einiges zu sehen. Neben einer schnuckeligen Innenstadt mit vielen Kunsthandwerkgeschäften, besticht Pärnu mit einem Kilometer langen Sandstrand. Wahrzeichen der Stadt ist der sanierte Wasserturm.

Pärnu sollte bei einer Reise nach Estland nicht vergessen werden. Es lohnt sich!
Estland: Sanierter Wasserturm mitten in Pärnu.

Mein Tipp: Wenn Du 2-3 Stunden Zeit hast, dann spendiere sie für Pärnu. Falls Du dich zwischen Pärnu und Tartu (siehe weiter unten) entscheiden musst, dann ist Pärnu die bessere Wahl, da die Stadt viel mehr Charme hat.

Suure-Jaani (Sooma Nationalpark)

Am Nachmittag fahren wir weiter nach Suure-Jaani. Wir übernachten im Suure-Jani Guesthouse*, um von dort gut in den Sooma Nationalpark zu gelangen. Das Hotel liegt nah am Rande des Parkes und überzeugt weiterhin mit großen Zimmern und umfangreichen Frühstück.

Im Sooma Nationalpark gibt es viele Wanderwege durch Wälder und Moorlandschaften. Eine entsprechende Wanderkarte gibt es in der Touristeninformation in Viljandi und auch im Suure-Jani Guesthouse*.

Schnapp Dir eine Wanderkarte und auf in den Sooma Nationalpark.
Sooma Nationalpark. Es gibt unzählige Wanderwege durch Wald und Moor.

Wir lassen den Abend im Restaurant „Kohvik Arturi Juures“ in Suure-Jaani ausklingen. Das Restaurant ist klein, die Servicekraft spricht kaum Englisch (und mein Russisch ist nicht wirklich mehr vorhanden), aber wir verständigen uns trotzdem gut mit Händen und Füßen. Das Essen war hervorragend. Ein absoluter Geheimtipp!

Tartu

Tartu ist die zweitgrößte Stadt Estlands und stand deshalb auf unserer Routenplanung. Gefallen hat uns die Universität als Anlage und Gebäude, als auch die ausgestellten Infotafeln zur Bildungspolitik im Laufe des letzten Jahrhunderts.  Sonst besticht Tartu durch wenig Besonderes, weshalb ich Pärnu immer wieder bevorzugen würde (siehe weiter oben). Das Wahrzeichen der Stadt ist das küssende Studentenpaar am Rathausplatz. Um diesen herum, befinden sich auch etliche Restaurants und Cafes.

Tartu: Das küssende Studentenpaar ist das Wahrzeichen der Stadt.
Tartu: Das küssende Studentenpaar ist das Wahrzeichen der Stadt.

Valaste, Ontika

Wir verlassen Tartu früh am nächsten Morgen um viel Zeit im Norden in der Region Valaste, Ontika bei Kothla Jäärve zu verbringen. Eigentlich wollten wir den höchsten Wasserfall Estlands anschauen, jedoch ist die Plattform derzeit gesperrt (Stand Juli 2017).

Wir planen kurzer Hand um und erkunden die Region mit unserem Mietwagen. Wir besichtigen die Burg in Purtse, die für diesen kleinen Ort erstaunlich viel zu zeigen hat. Die Burg ist in Privatbesitz und kann kostenfrei besichtigt werden. Im Kellergewölbe gibt es ein Restaurant und Cafe, welches sehr gutes Essen und Getränke bereit hält. Das Jahr über finden sonst auch etliche Konzerte statt, die gut besucht sind.

Weiterhin sind in der Region auch etliche sanierte Gutshäuser zu finden. So lohnt sich der Ausflug zum Gutshof in Saka Mois, da es auch einen Aussichtsturm hat. Vom Turm aus hat man einen weiten Blick auf die Ostsee. Über einige Treppen gelangt man an die See und kann in Ruhe dort spazieren gehen.

Saka Mois: Treppen führen über die Klippen direkt an die Ostsee.
Saka Mois: Treppen führen über die Klippen direkt an die Ostsee.

Wir übernachten im Valaste Guest House and Camping* direkt am Wasserfall. Dort gibt es mietbare Holzhütten, die alles bieten, was man so braucht.

Vösu (Laheema Nationalpark)

Der letzte Punkt unserer Rundreise ist der Laheema Nationalpark. Nach etwas Recherche entschließen wir uns, für zwei Nächte Vösu im Guest House Rannaliiv* zu übernachten. Vösu eignet sich sehr gut als Startpunkt für tägliche Ausflüge und bietet für den Abend ein angenehmes Strandleben mit etlichen Bars und Restaurants.

An den zwei Tagen in Vösu wandern wir in Käsmu zur Teufelsinsel, laufen auf die Halbinsel Pedessare hinaus, besichtigen die alten Fischer Häuser in Altja, und das Gutshaus Sadagi Mois. Das Highlight in der Natur war die Moorwanderung im Viru Moor. Bei herrlichem Wetter sind wir dort nahezu alleine in der Natur unterwegs, die Farben strahlen – einfach perfekt.

Besuche auf alle Fälle Viru Raba im Laheema Nationalpark.
Das Hochmoor Viru Raba im Laheema Nationalpark – Unbedingt erleben!

Und Vösu selbst überrascht uns auch durch das Vösu Jazz Festival, welches zufällig an diesem Wochenende stattfindet. Privatleute öffnen ihre Gärten und Häuser, wo das ganze Wochenende über verschiedene Bands spielen. Und das alles ohne irgendwelche Eintrittsgelder. Während der Pausen genießen wir die Ruhe am Sandstrand und einen perfekten Ausklang unseres Urlaubes.

Starnd in Vösu - ideal zum Relaxen, aber auch zum Volleyball spielen etc.
Sonnenuntergang am Sandstrand von Vösu im Laheema Nationalpark.

Kulinarisches – was ist man so in Estland?

Auf unserer gesamten Reise haben wir in den Pensionen und Hotels überraschend viel selbst gemachtes, einfaches Essen vorgefunden. Angefangen von hausgemachter Marmelade, selbst eingelegten Fischen, frischen Suppen, über leckerem Kuchen – es gab alles. Das Bier, welches uns am häufigsten begegnete, hieß Saku und war ebenfalls gut. Zusammengefasst: Man isst gut und vielfältig.

In Estland findet jeder was für seinen Geschmack.
Kulinarisches in Estland: Fisch, Fleisch, Gemüse, Suppen, Kuchen – hier wird jeder fündig

Packliste für den Estland Urlaub

Neben den herkömmlichen Utensilien und Klamotten, hat sich für uns folgendes bewährt und sollte in Deinem Rucksack oder Koffer nicht fehlen:


Das war unsere Reise. Wer war von Euch schon mal in Estland und kann besondere Orte ergänzen oder meine Highlights bestätigen?

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